Der Fall Andreas Malm

Kommt nach Flop26 eine Eskalation des britisch geförderten Öko-Terrorismus?


Andreas Malm, ein selbsternannter Befürworter der Zerstörung von „CO2-emittierenden Anlagen“ und derzeit außerordentlicher Professor und Dozent am Fachbereich für Humangeographie an der schwedischen Universität Lund, ruft derzeit öffentlich zur Sprengung von Pipelines und zu anderen terroristischen Aktionen auf, um den Planeten und sein Klima zu retten, er spricht von „intelligenter Sabotage“. Sein großer Auftritt in den US-Medien kam am 24. September mit einem 38-minütigen Podcast-Interview mit dem Pulitzer-Preisträger David Remnick, Redakteur des Magazins The New Yorker, zum Thema „Sollte die Klimabewegung auf Sabotage setzen?“

Warum wird ein Mann, der für kriminelle Handlungen wirbt, plötzlich zum Liebling der Medien? In dem Interview ruft er dazu auf, die Pipeline zu sabotieren, die das französische Unternehmen Total derzeit in Afrika zwischen Uganda und Tansania baut. Am 1. Oktober wiederholte er seine Drohungen in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Vox. Es berichtete, wie er die Menschen auffordert, neue CO2-emittierende Anlagen zu beschädigen und zu zerstören:

„Setzt sie außer Betrieb, nehmt sie auseinander, demoliert sie, verbrennt sie, sprengt sie in die Luft. Laßt die Kapitalisten, die weiter in das Feuer investieren, wissen, daß ihre Immobilien zerstört werden.“

Weiter heißt es bei Vox: „Für Malm haben wir eine Wahl: Zerstört das Eigentum, das den Planeten zerstört, oder opfert die Erde auf dem Altar dieses Eigentums.“ Malm verschärft in dem Interview seine Angriffe auf das französische Unternehmen:

„Ein Land, über das in diesem Zusammenhang nicht so oft gesprochen wird, ist Frankreich. Das größte Unternehmen Frankreichs ist Total, eines der größten Öl- und Gasunternehmen der Welt, das derzeit die längste beheizte Ölpipeline der Welt in Tansania und Uganda baut. Das Unternehmen hat gerade einen Vertrag mit dem Irak über einen massiven Ausbau der dortigen Öl- und Gasinfrastruktur unterzeichnet. Sie wollen in die Arktis vordringen, um noch mehr fossiles Gas zu gewinnen.

Dieses Unternehmen darf in seiner jetzigen Form nicht weiterbestehen. So kann es nicht weitergehen, wenn wir einen Planeten haben wollen, auf dem wir leben können, ohne in Flammen aufzugehen. Ich denke, dieses Unternehmen sollte in Frankreich vom Staat übernommen werden. Man sollte es sozialisieren, verstaatlichen und zwingen, die Produktion von fossilen Brennstoffen einzustellen und etwas anderes zu tun, zum Beispiel die Atmosphäre zu reinigen, anstatt sie noch mehr zu verschmutzen.“

Andreas Malm 2018 beim Code Rood Action Camp in Groningen/Niederlande. (cc/Code Rood)

Wer ist dieser Verrückte? Wer oder was öffnet diesem goldlackierten Anarchisten die Türen? Ein Weg zur Antwort führt über den Verlag seines Buches How To Blow Up a Pipeline („Wie man eine Pipeline in die Luft jagt“), das Anfang 2021 als englischsprachiges Taschenbuch bei Verso Books erschien. Verso beschreibt sich selbst als „der größte unabhängige, radikale Verlag der englischsprachigen Welt, der hundert Bücher im Jahr veröffentlicht“. Der Verlag ist, wie er auf seiner Webseite klarstellt, das Kind von „New Left Books“, das seinerseits „1970 von der New Left Review ins Leben gerufen wurde“. Die britische New Left Review (NLR) „konzentrierte sich anfangs auf die Übersetzung von Werken der europäischen Polit- und Sozialtheorie, Wirtschaft und Philosophie, darunter Theodor Adorno, Georg Lukács, Ernest Mandel, Herbert Marcuse, Jean-Paul Sartre und Max Weber“.

Schon diese Liste wird bei informierten Lesern die Alarmglocken schrillen lassen. Hinzu kommt die Vorliebe der New Left Review für Bertrand Russells Kampagne für atomare Abrüstung aus den 1950er Jahren – derselbe Russell, der zu einem atomaren Präventivschlag gegen die Sowjetunion aufrief – und die Förderung der Bewegung, aus der 1968 die studentische Terrorismuswelle hervorging. Die Zeitschrift berichtet:

„Die NLR entstand 1960 aus einem Zusammenschluß der Boards of Universities and Left Review und The New Reasoner… Der gemeinsame politische Schwerpunkt, der diese beiden Strömungen verband, war die Campaign for Nuclear Disarmament (CND), die erste Anti-Atom-Friedensbewegung…

Von 1962 bis 1963 … mit der Auflösung der Bewegung der Neuen Linken als solcher schränkte sich die NLR auf eine theoretische Zeitschrift ein, deren intellektuelle Ausrichtung insgesamt mehr auf die aufkommenden Themen der kontinentalen Theorie ausgerichtet war. Artikel von Claude Lévi-Strauss, R. D. Laing und Ernest Mandel signalisieren diese neuen Interessen.“

Diese Leute waren keine bloßen Akademiker. Sie sind der Schlüssel zu psychologischen und physischen Terroroperationen in Großbritannien. Andreas Malm wird jetzt für die Operation des britischen Königshauses, die sich auf der COP26-Klimakonferenz in Glasgow in allen Farben entfaltete, in den Mainstream geholt.

In einem Interview mit der französischen grünen Internetseite Reporterre wird die Verbindung zum britischen Königshaus und den Davoser Milliardären noch deutlicher, wenn Malm betont, die Klimabewegung solle sich Black Lives Matter zum Vorbild nehmen, ein anderes Lieblingskind der Medien und der High-Society-Milliardäre:

„Ich glaube nicht, dass es für die Klimabewegung klug ist, ewige Gelübde der absoluten Gewaltlosigkeit abzulegen… Die Black-Lives-Matter-Bewegung zum Beispiel legt die Theorie des strategischen Pazifismus völlig ad acta. Sie nahm erst richtig Fahrt auf, als die Bewohner von Minneapolis die Polizeistation von Minneapolis stürmten und niederbrannten. Wenn der strategische Pazifismus wahr wäre, hätte dieses Ereignis zur Dämonisierung von Black Lives Matter führen müssen. Doch genau das Gegenteil ist passiert. Dieser Brand war ein Weckruf, dass die Polizei in den Vereinig ten Staaten nicht über dem Gesetz steht. Black Lives Matter brachte daraufhin eine Vielzahl von Strömungen zusammen; einige entschieden sich für die Zerstörung von Eigentum und das Umstürzen von Statuen, die zur Ehre der Sklavenhalter errichtet worden waren, andere stellten sich der Polizei in städtischen Unruhen entgegen… Die Rolle der radikalen Aktivisten besteht darin, denjenigen, die sich nicht aktiv engagieren wollen, den Mut zu vermitteln, auf die Straße zu gehen und sich Gehör zu verschaffen…, um nach Aktionsformen zu suchen, die der Zerstörung der Polizeistation in Minneapolis oder dem Umstürzen von Statuen gleichkommen.“

Malm ließ seinem aufsehenerregenden kurzen Buch Wie man eine Pipeline in die Luft jagt ein weitaus längeres und noch verrückteres folgen, White Skin, Black Fuel, on the Danger of Fossil Fascism („Weiße Haut, schwarzer Treibstoff: über die Gefahr des fossilen Faschismus“), das im Mai 2021 ebenfalls bei Verso erschien. Er und seine Co-Autoren vom sogenannten „Zetkin-Kollektiv“ wollen darin beweisen, dass fossile Brennstoffe überhaupt eine Erfindung (und ein Werkzeug) rassistischer weißer Herrschaft sind. Daher sei der Kampf gegen die Nutzung und Produktion fossiler Brennstoffe gleichbedeutend mit dem Kampf gegen Faschismus und Rassismus.

Das alles wäre lächerlich, wenn nicht die Leute, die diesen Wahnsinn fördern, die Absicht hätten, sechs Milliarden Menschen zu eliminieren, für die ihrer Meinung nach kein Platz auf dem Planeten ist.