LaRouche ruft zu einem neuen Bretton Woods auf

Am 4. Januar 1997, als die Welt auf den Beinahe-Kollaps des gesamten Weltfinanzsystems zusteuerte, rief Lyndon LaRouche zu einer Neuen Bretton-Woods-Konferenz auf, um zum System von Franklin Roosevelt zurückzukehren, das Richard Nixon am 15. August 1971 beendet hatte.

Lyndon LaRouche (1922–2019), Ökonom
und mehrfacher US-Präsidentschaftskandidat

Der allgemeine Charakter der Lösung ist offensichtlich. Wir hatten von 1946 bis 1966 ein Finanzsystem und ein Währungssystem, das mehr oder weniger funktionierte. Man nannte es das alte Bretton-Woods-System. Das System beruhte nicht auf einer Goldwährung, sondern auf einem Goldreservesystem. Die Funktion des Goldreservesystems bestand darin, die Währungen im Verhältnis zueinander auf einem relativ konstanten Wert zu halten. Das bedeutete, dass, wenn man jemandem Geld lieh, die Währung desjenigen, dem man das Geld lieh, in fünf Jahren ungefähr den gleichen Wert wie jetzt hatte. Man hatte also keine zusätzlichen Kreditkosten, die man auf den Kredit aufschlägt, weil man mit Fluktuation der Währung rechnet.

Um langfristigen Handel und Investitionen auf den internationalen Märkten zu fördern, bedarf es stabiler Beziehungen zwischen den Währungen. Und die Funktion des ursprünglichen Bretton-Woods-Systems war es, diesen Mechanismus bereitzustellen, damit die Regierungen solch stabile Beziehungen aufrechterhalten, das heißt, Disziplin zwischen ihren Währungen auf der Basis von Goldreserven hielten.

Im Rahmen dieser Politik betrieben wir in den Vereinigten Staaten eine so genannte „nationale wirtschaftliche Sicherheitspolitik“, die ein wichtiger Teil unserer nationalen Sicherheitspolitik der Nachkriegszeit war. Das heißt, wir verfolgten in der Tat eine protektionistische Politik und ermutigten andere Regierungen zu einer protektionistischen Politik, weil es unser Wunsch war, mit diesen Ländern Handel zu treiben, was man nicht auf stabile Weise tun konnte, wenn ihre Währungen nicht ziemlich stabile Werte hatten…

Außerdem war die langfristige Kreditaufnahme auf den internationalen Märkten billig. Wenn man in einem Land investieren wollte, waren die langfristigen Kreditkosten billig, zum Beispiel in vielen Fällen bei 1–2 %. Oder man hatte Vereinbarungen verschiedener Art, die den Zins effektiv darauf reduzierten. So konnten wir also zu ziemlich günstigen Bedingungen Kapital in Entwicklungsländer exportieren…

Ein Vier-Mächte-Abkommen

Deshalb müssen die Vereinigten Staaten zusammen mit anderen Mächten handeln, um eine Konkurssanierung der Welt zu beginnen. Alle Finanzsysteme, alle Bankensysteme der Welt sind derzeit bankrott! Besonders diejenigen, die in Derivate verwickelt sind.

So müssen die Vereinigten Staaten international vorangehen, indem sie ein neues Bretton Woods vorschlagen. Das wäre ein guter Begriff für das, was ich vorschlage: daß wir zu den Prinzipien des Bretton-Woods-Systems in seinen besten Jahren zurückkehren. Und die Vereinigten Staaten, als der wichtigste zukünftige Partner in einem solchen Abkommen, werden versuchen, jedes Land, das bereit ist, bei dieser Idee mitzumachen, dazu bringen, es zu tun und sich anzuschließen…

Das bedeutet, daß wir ein neues Bankensystem schaffen müssen, was sehr einfach geschehen kann, nämlich auf der Grundlage des Hamilton-Modells. Wir gehen zum Nationalbankwesen über. Wir benutzen den relevanten Teil der US-Bundesverfassung, Abschnitt 8 von Artikel I, für die Ausgabe von neuer Währung, wobei wir nicht die alten Federal-Reserve-Banknoten einfordern, sondern die weitere Ausgabe von Federal-Reserve-Noten beenden und diese Währung, die bei der Nationalbank hinterlegt ist, als Kreditmittel benutzen, um die US-Wirtschaft zu beleben und einiges im internationalen Handel in Gang zu bringen…

Unsere Sorge ist nicht, wer eine günstige oder ungünstige Handelsbilanz hat – unsere Sorge ist, sicherzustellen, daß alle Mitglieder einer Gemeinschaft von Nationalstaaten wohlhabend werden. Und deshalb ist es unser Anliegen, daß sie wohlhabend und sicher werden, so wie es ihr Anliegen ist, daß wir wohlhabend und sicher bleiben. Deshalb können wir auf dieser Grundlage Handelsabkommen und Zollvereinbarungen treffen.