Wie „grüne Finanzen“ die Energiekrise verursachten

Während wir diesen Artikel schreiben, explodieren die Energiepreise in Europa, und wenn das nicht gestoppt wird, wird dies eine Hyperinflation der Verbraucherpreise und eine beispiellose Wirtschaftskrise auslösen, die das Leben von Millionen Bürgern bedroht. Die hohen Energiepreise werden die Industrie in den Konkurs treiben, und die Landwirte werden nicht in der Lage sein, Düngemittel zu kaufen. Wir stehen vor einem Zusammenbruch der industriellen und landwirtschaftlichen Kapazitäten und damit der Existenz der modernen Zivilisation.

Doch eine solche Krise ist kein Naturgesetz, sondern sie ist, im Gegensatz zum Klimawandel, menschengemacht: Die verschiedenen Ursachen sind auf die Politik der „grünen Wende“ zurückzuführen, den „Great Reset“, den die EU-Kommission unter dem Vorwand des Klimaschutzes betreibt.

Eine frühere menschengemachte Energiekrise, der berüchtigte „Ölpreisschock“ 1973, kulminierte in einer Vervierfachung der Energiekosten und einer dramatischen Inflation in den westlichen Volkswirtschaften, die in einigen Fällen, wie dem von Ölimporten abhängigen Italien, die Staatsfinanzen an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Damals konnten die Zentralbanken eine traditionelle, restriktive Geldpolitik verfolgen, um die Inflation einzudämmen, indem sie auf die Verbraucherseite einwirkten, die Zinssätze erhöhten und die Kaufkraft der Bevölkerung kontrollierten. Das wurde „Austerität“ genannt. Es gab dem System eine Überlebenschance, allerdings auf Kosten der langfristigen Stabilität durch eine Schwächung der produktiven Basis.

Der Unterschied heute ist, dass die Marge für langfristige Stabilität auf Null geschrumpft ist: Das Finanzsystem als Ganzes ist so abhängig von expansiver Geldpolitik geworden, dass eine anti-inflationäre Geldverknappung das gesamte System zum Einsturz bringen würde. Das bedeutet, dass die Zentralbanken innerhalb des gegenwärtigen Systems zu einer immer größeren Liquiditätsvermehrung verdammt sind, was zu einer Neuauflage einer verheerenden Hyperinflation ähnlich der 1923 in der Weimarer Republik führt.

Diese Gefahr läßt sich nur vermeiden, wenn das derzeitige Finanzsystem einer Konkurssanierung unterzogen und ein neues System eingeführt wird, so wie es der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche vorgeschlagen hat. Im folgenden Artikel werden wir die Dynamik der Krise und die Lösungsvorschläge analysieren.

LaRouches Vorhersage

Der explosionsartige Anstieg der Energiepreise war ein vorhersehbares Phänomen. Es war nicht eine Frage des Ob, sondern des Wann. Bereits Ende der 90er Jahre beschrieb LaRouche die Dynamik, die dem gegenwärtigen System keine andere Wahl lasse als entweder den Zusammenbruch durch eine Kettenreaktion von Konkursen oder den Ausbruch von Hyperinflation.
Dies sei das unvermeidliche Ergebnis der immer größer werdenden Kluft zwischen dem Wachstum der Finanz- und Geldmengenaggregate auf der einen Seite und dem Niedergang der Realwirtschaft, gemessen in immer geringeren Investitionsraten in die Produktionsplattform.

Lyndon LaRouche mit seiner berühmten „typischen Kollapsfunktion“. (Schiller-Institut)

LaRouche veranschaulichte diese Dynamik in einem pädagogischen Diagramm, das er „Typische Kollapsfunktion“ oder „Dreifachkurve“ nannte. Das System mußte irgendwann einen kritischen Punkt erreichen, an dem der Wert der Finanzaggregate platzt wie eine typische Finanzblase. Dieser Punkt ist im Diagramm durch einen Kreis angedeutet, wo die obere Kurve abrupt nach unten dreht. Wenn die Zentralbanken an diesem Punkt versuchen, das System zu retten, indem sie die Geldmengen erhöhen (indem sie Geld drucken, um die Verbindlichkeiten der Finanzaggregate zu begleichen), schwappt die Hyperinflation der Geldwerte auf die Realwirtschaft über und führt zu einer Hyperinflation der Sachwerte und der Verbraucherpreise.

„Billionen verschieben“ – der Regimewechsel im Finanzwesen

Die Entscheidung, das System „um jeden Preis“ zu retten, wurde während der Finanzkrise 2008 gefällt und Ende September 2019 nochmals erneuert, als trotz der insgesamt 22 Billionen US-Dollar, die man dem System kumulativ zugeführt hatte, der Übernacht-Interbankenmarkt wieder einfror, was die Federal Reserve dazu veranlaßte, mit täglichen Liquiditätsspritzen für Finanzinstitute aller Art massiv zu intervenieren.

Seitdem hat sich das Finanzsystem nicht mehr erholt, und die Zentralbanken haben unter dem Deckmantel der Programme zur „Quantitativen Erleichterung“ (QE) immer mehr Mittel in den Markt gepumpt. Die Pandemie bietet die Gelegenheit, noch mehr davon zu rechtfertigen, wie zum Beispiel das „Pandemie-Notfall-Kaufprogramm“ (Pandemic Emergency Purchase Program, PEPP) der EZB, mit dem sie dem System im Durchschnitt 250 Milliarden Euro im Monat zuführt. Insgesamt haben die Fed und die EZB in den letzten zwei Jahren über 14 Billionen US-Dollar in den Markt gepumpt.

Der „Sustainable-Finance-Beirat“ empfiehlt der Bundesregierung, „Billionen zu verschieben“. (Sustainable-Finance-Beirat)

So beeindruckend diese Zahlen auch sein mögen, die Gesamtverschuldung des Systems steigt dennoch schneller als die Geldmengenausweitung, und es braucht immer mehr Liquidität zum Überleben. Daher beschlossen die Zentralbanker auf ihrer Jahrestagung in Jackson Hole/Wyoming im August 2019, ein neues System einzuführen, in dem die Zentralbanken die vollständige Kontrolle über die Staatsfinanzen übernehmen und Investitionen und Ausgaben so steuern, dass sie den Finanzmärkten dauerhafte Gewinne garantieren. In der Formulierung des ehemaligen Chefs der Bank von England, Mark Carney, sollte das ein „Regimewechsel“ im Finanzwesen werden.

Great Reset: der Große Neustart

Das neue System wurde dann auf dem Treffen des Weltwirtschaftsforums im Juni 2020 unter dem Namen „Great Reset“ offiziell vorgestellt. Anders als Verschwörungstheoretiker meinen, die im Great Reset eine Art „Gesundheitsdiktatur“ sehen, weil dabei eine allgemeine Impfung gegen COVID befürwortet wird, liegt der Kern des Great Reset in der Abkehr von der sog. „Kohlenstoffwirtschaft“ hin zu einer „grünen Wirtschaft“ unter dem Vorwand des Klimanotstands. Wie wir in einer früheren Studie1 dokumentiert haben, steckt hinter einem solchen Betrug die Weltfinanzoligarchie, die Hauptakteure der City und Wall Street eingeschlossen, sowie in einer besonderen Rolle das Haus Windsor. Wer diesen Bericht gelesen hat, kann kaum noch glauben, dass „Gretas“ superreiche Förderer wirklich das Klima schützen wollen.

Dass die ökologische Wende bzw. der Green Deal ein kompletter Betrug ist, der darauf abzielt, Profite für die Milliardäre zu organisieren, hat die deutsche Regierung im März 2020 in einem Bericht mit dem Titel „Shifting the Trillions“2 offen zugegeben.

Über ein weiteres freimütiges Geständnis berichtete der italienische Ökonom Mario Giaccio, der enthüllte, was ihm eine hochrangige Quelle bei den Vereinten Nationen gesagt hatte: „Das globale Wirtschaftssystem ist veraltet; man kann nicht mehr genug Werte herausziehen, und deshalb muß es geändert werden.“ Was dabei herauskomme, so Giaccio, sei „der Versuch, die Weltwirtschaft finanziell zu sanieren, wobei das Klima als Vorwand dient“.3

Die Great-Reset-Agenda wurde von der Europäischen Kommission mit ihrem „Green Deal“ übernommen, dessen zentrales Element die Erhebung eines hohen CO2-Preises ist. Auch dies wird als eine Möglichkeit angepriesen, den privaten Sektor zu zwingen, sich von fossilen Energiequellen abzuwenden und auf sog. erneuerbare Energien umzusteigen, um so einen „klimafreundlichen“ Übergang zu fördern. In Wirklichkeit ist die Bepreisung von CO2 eine weitere Möglichkeit, den Markt zugunsten von Finanzspekulationen zu manipulieren.

Tatsächlich ist das Europäische Emissionshandelssystem (EU-EHS), über das CO2 bepreist wird, ein reines Spekulationsgeschäft. Der ETS-Markt in Europa hatte 2020 einen Wert von über 120 Milliarden US-Dollar. CO2-Zertifikate werden als Ware auf dem Terminmarkt gehandelt; wenn die EU-Kommission die Quote der Zertifikate senkt, so wie sie es 2020 getan hat, steigt der CO2-Preis automatisch. Und wenn die Nachfrage nach oben oder unten schwankt, werden die Preisschwankungen durch den Mechanismus des Terminmarktes verstärkt, wo Händler Zertifikate kaufen und verkaufen, die sie nicht benötigen, außer um einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Dies geschah im Frühjahr 2021, als der Erdgaspreis in Europa in die Höhe schoß. Seither steigt er unaufhörlich.

Tatsächlich traf eine zufällige Ursache – eine schwache Windkraft-Periode in Deutschland – auf ein Finanzsystem, das dank der von der EU und den Regierungen gelieferten Waffen nur darauf wartete, damit loszuschießen. Als die Erzeuger nach einer Alternative für die fehlende Windkraft suchten, wandten sie sich dem Erdgas zu, da Kohle aufgrund der niedrigeren Emissionsobergrenzen zu teuer geworden war. Dies führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Erdgas, wofür Lieferungen herhalten mußten, die in dieser Jahreszeit normalerweise zur Auffüllung der strategischen Reserven verwendet werden. Die Erwartung einer Verknappung hielt bis in den Winter an, und die Terminpreise schossen immer weiter in die Höhe. Parallel zum Gas stiegen auch die Stromterminkontrakte an.

Das Ergebnis ist, dass eine Hyperinflation der Energiepreise nun die Realwirtschaft trifft. Viele Unternehmen und Privathaushalte haben bereits doppelt so hohe Stromrechnungen.

Eine menschengemachte Energiekrise

Während die Regierungen und Zentralbanken behaupten, die von der Natur verursachten Klimaveränderungen seien von Menschen gemacht, bestehen sie gleichzeitig darauf, dass die von Menschen verursachte Inflation und Energiekrise ein natürliches Phänomen sei. So wird der Öffentlichkeit insbesondere erzählt, dies sei die Folge der „starken Erholung“ der Weltwirtschaft von der Pandemie. Eine massive Nachfrage nach Energie und anderen Rohstoffen treffe auf eine im Zuge der Lockdowns geschrumpfte Kapazität. Vor allem China sei für eine solche durch Knappheit be dingte Preisinflation verantwortlich.

In Wirklichkeit ist es jedoch das neoliberale Wirtschaftssystem, das eine künstliche Verknappung herbeiführt, indem es Finanzhändlern erlaubt, auf den Energie- und Rohstoffmärkten zu zocken. „Hedgefonds, die in britisches Erdgas und deutschen Strom investiert haben, haben in diesem Jahr große Gewinne aus der europäischen Energiekrise und den starken Bewegungen auf den Rohstoffmärkten gezogen, wobei ein Fonds um mehr als 40 Prozent angestiegen ist“, berichtete die Financial Times am 24. September.

Bei den genannten Fonds handelt es sich um Man Group, Leda Bragas Systematica Investments und Florin Court Capital. „Die meisten Hedgefonds im sogenannten Managed-Futures-Sektor verwenden Algorithmen, um auf Trends bei den gängigen Anleihe-, Währungs-, Aktien- und Rohstoff-Futures zu setzen. Der Sektor ist jedoch von 30 Milliarden US-Dollar vor zwei Jahrzehnten auf heute mehr als 300 Milliarden US-Dollar angewachsen, wie der Datenanbieter HFR mitteilt“, so die Financial Times.

Bloomberg befaßte sich mit den besonders erfolgreichen Hedgefonds von Pierre Andurand, einem in Oxford ausgebildeten französischen Mathematiker, der zum Star unter den Ölhändlern wurde (sein Spitzname ist „Oil King“). Sein Andurand Commodities Discretionary Enhanced Fund verzeichnete 2020 einen Zuwachs um 154 Prozent, während sein älterer Andurand Commodity Fund im vergangenen Jahr um 68 Prozent und in diesem Jahr um 33 Prozent gewachsen ist. Andurand spekulierte im letzten Jahr auf einen Rückgang der Energiepreise als Folge der Lockdowns, einen Rückgang der Nachfrage nach Transportkraftstoffen usw. und setzte in großem Stil auf Leerverkäufe von Energierohstoffen. In diesem Jahr spekulierte er auf einen steigenden Kohlenstoffmarkt und setzte stark auf Emissionszertifikate (ETS).

Andurand sagte laut Bloomberg: „Er bleibe optimistisch für die europäischen Gas-, Kohlenstoff- und deutschen Strommärkte und prognostiziere höhere Ölpreise, angetrieben durch schrumpfende Lagerbestände, strikte Einhaltung der OPEC+-Vorgaben, eine gedämpfte Angebotsreaktion der US-Schieferproduzenten und einen unerwarteten Nachfrageanstieg aufgrund von Gasknappheit.“4

Am 21. September hatte Bloomberg berichtet, Quant-Fonds im Besitz von Gresham, Systematica und Man Group hätten sich „relativ weniger liquiden Märkten“ wie Käse, türkischem Stahlschrott und europäischer Energie zugewandt, weil die Renditen auf den traditionellen Märkten ausgetrocknet seien. Die genannten Fonds haben seit Jahresbeginn zwischen 23 und 39 Prozent zugelegt.

Von Mikrochips bis Frachtgut

Neben dem sprunghaften Anstieg der Energiepreise ist die Weltwirtschaft ernsthaft bedroht durch einen scheinbaren Mangel an Mikrochips, der mehrere Produktionssektoren lahmlegt, und durch einen fast hyperinflationären Anstieg der Frachtkosten.

Das Establishment will beide Phänomene mit der Theorie vom „Einzeltäter“ erklären, nämlich der Dynamik von Angebot und Nachfrage vor und nach der Pandemie. Demnach habe der von China angeführte, weltweite Aufschwung zu einer Verknappung sowohl der Halbleiter- als auch der Frachtkapazitäten geführt. Die gleiche Theorie besagt, dass die Krise angesichts der geringen Flexibilität der Sektoren mindestens bis 2022 andauern werde.

EIR hält diese Darstellung für falsch, denn sowohl im Mikrochip- als auch im Weltfrachtsektor ist massive Spekulation im Spiel. Überprüfen wir einige Fakten.

Mikrochips: Der weltweit größte Hersteller von Mikrochips, TSMC, hat seinen Sitz auf Taiwan. TSMC stellt fast alle hochentwickelten Mikrochips her, die in Automobilen, Telefonen, Computern und vielen anderen Produkten verwendet werden. In einem Interview mit Time am 1. Oktober erklärte TSMC-Chef Mark Liu, dass einige Kunden Mikrochips horten. „In einer Zeit, die als globale Chip-Knappheit beschrieben wird, wurden mehr Chips an die Fabriken geliefert, als sie in den Produkten verbauten, was bedeutet, dass es definitiv Leute gibt, die wer weiß wo in der Lieferkette Chips anhäufen“, so Liu. Liu nannte keine Namen, aber zu den Kunden von TSMC gehören Apple, Intel, Qualcomm, AMD und Nvidia.

Frage: Was passiert, wenn ein Teil der Produktion eines Unternehmens, das 90 Prozent der weltweiten Chipnachfrage produziert, gehortet wird?

Tatsache ist, dass die künstlich geschaffene Mikrochip-Knappheit die weltweite Automobilproduktion stark beeinträchtigt, große Hersteller schließen bereits Produktionsstätten und sagen eine düstere Zukunft voraus. Gewerkschafter beim Automobilhersteller Stellantis erklären, die derzeitige Krise sei schlimmer als COVID. (Mit einigen Ausnahmen: Tesla scheint nicht betroffen zu sein.)

Michele Carlet, Geschäftsführer eines italienischen Unternehmens, das Leiterplatten herstellt, sagte hierzu, die Preise für Bauteile seien von ein paar Cent auf 8–10 US-Dollar gestiegen, wenn sie denn überhaupt zu bekommen sind. Carlet ist sich sicher, dass die Spekulation weitergehen wird: „Ich bin überzeugt, dass die Spekulanten von Staatsanleihen zu Rohstoffen übergegangen sind. Schauen Sie sich den Aluminiumpreis nach dem Putsch in Guinea an.“ Die Lieferzeiten liegen jetzt zwischen 40 und 100 Wochen. Carlets Unternehmen produziert mit einer Apple-Lizenz, sie haben Kryptochips bestellt, aber der Apple-Konzern erklärt, man wisse nicht, wann sie geliefert werden können.

Fracht: Innerhalb von zwölf Monaten stiegen die Kosten für die Verschiffung eines 20-TEU-Standardcontainers von China in die USA von 2000 auf über 20.000 US-Dollar, ein Anstieg um 1000 Prozent. Laut dem italienischen Istituto per lo Studio della Politica Internazionale (ISPI) „kann die Anwendung von Spekulationspraktiken auf einem Markt, der de facto von einem Oligopol kontrolliert wird, nicht ausgeschlossen werden“. In der Tat kontrollieren drei Allianzen den Weltfrachtmarkt.

Auch Frachtkapazitäten sind inzwischen Gegenstand von Spekulationen: Wartende Frachtschiffe vor der Einfahrt in den Hafen Antwerpen. (Wikimedia Commons/cc)

Wußten Sie, dass es einen Spotmarkt für Fracht gibt? Damit kann man kuriose Dinge anstellen. Die Börse ICE (Intercontinental Currency Exchange) sagt hierzu folgendes:

„Die Flüssigfracht ist eng mit den Märkten für Rohöl und raffiniertes Öl verbunden und findet sowohl östlich als auch westlich des Suezkanals statt. Die Fracht hat sich zu einem eigenen aktiven Derivatmarkt entwickelt, und der Handel findet in Weltmaßstäben oder in US-Dollar pro Tonne über eine Reihe von Punkt-zu-Punkt-Routen statt.

Die Preisvolatilität auf den globalen Energiemärkten hat dazu geführt, dass sich immer mehr Händler, Unternehmen und Banken am Derivatmarkt für Flüssigfracht beteiligen, was den Kunden Möglichkeiten zur Absicherung von Frachtbewegungen bietet. Wir bieten auch Zugang zum Trockenfracht-Derivatmarkt, der den Teilnehmern hilft, das Preisrisiko für die Kosten des Transports von Gütern wie Kohle, Eisenerz und Stahl in der ganzen Welt abzusichern. Der Handel mit Trockenfrachtderivaten findet in US-Dollar pro Tag auf Zeitcharterbasis statt.“

Eine menschengemachte Lösung

Da die Krise von Menschen gemacht ist, kann sie auch von Menschen wieder rückgängig gemacht werden. Chinas Beispiel zeigt, dass Regierungen, wenn sie wollen, die Rohstoffpreise unter Kontrolle bringen können.

China war im September mit Stromausfällen, einer anscheinenden Kohleknappheit und einem Preisanstieg von fast 75 Prozent bei Kohlelieferungen konfrontiert. Doch im Gegensatz zu westlichen Regierungen, die „Versorgungsängste“ benutzen wollen, um die grüne Agenda zu fördern, hat die chinesische Regierung gehandelt. Am 5. Oktober gab die Aufsichtskommission für das Banken- und Versicherungswesen ein Rundschreiben heraus, in dem Banken und Versicherungsinstitute angewiesen wurden, Energie- und Industrieunternehmen bei der Finanzierung zu unterstützen, damit während des gesamten Winters eine ausreichende Stromversorgung gewährleistet ist. In dem Rundschreiben wird auch erneut darauf hingewiesen, dass Rohstoffspekulation in China illegal ist.

Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wollen die chinesischen Aufsichtsbehörden „die finanzielle Unterstützung für die Kohle- und Stromproduktion verstärken und die Ordnung auf dem Rohstoffmarkt aufrechterhalten“. Die Banken wurden aufgefordert, „den angemessenen Finanzierungsbedarf der Strom-, Kohle-, Stahl- und Nichteisenmetallproduzenten zu befriedigen, um die Versorgung sicherzustellen und die Preise zu stabilisieren … und die großen Kohlefördergebiete und Schlüsselunternehmen aktiv zu unterstützen, um das Angebot an Kohle zu erhöhen“. Darüber hinaus wurde ihnen untersagt, „den Strom- und Kohleproduzenten und den entsprechenden Projekten, die für eine finanzielle Unterstützung in Frage kommen, Kredite zu entziehen“.

Gleichzeitig ist es Banken und Versicherungen untersagt, mit Kohle, Stahl, Nichteisenmetallen und anderen Massengütern zu spekulieren. Allgemein werden die Banken angewiesen, zu verhindern, dass Gelder illegal in die Aktien-, Anleihe- und Terminmärkte fließen, und gleichzeitig „Verhaltensweisen zu unterbinden, die Verbraucher dazu verleiten, blindlings Kredite aufzunehmen und übermäßig viel Geld auszugeben“.

Diejenigen, die in „illegale Aktivitäten wie Spekulationsgeschäfte, Horten und Preistreiberei“ verwickelt sind, werden untersucht und bestraft, teilte die Aufsichtsbehörde mit.

Zwei Wochen später waren die Terminkurse für Kraftwerkskohle nur noch halb so hoch wie Mitte September.

Wenn man diese Maßnahmen der Chinesen als „Machbarkeitsstudie“ auffaßt, könnte man es sogar noch besser machen. Sechs Maßnahmen müssen sofort ergriffen werden:

  1. Aussetzung des Europäischen Emissionshandelssystems (EU-EHS).
  2. Ausschluß aller Finanzhändler vom Energie- und Lebensmittelmarkt und Begrenzung der Preisschwankungen, ähnlich wie es China erfolgreich getan hat.
  3. Unverzügliche Genehmigung der „Nord Stream 2“-Pipeline, um 55 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland nach Europa liefern zu können.
  4. Streichung aller staatlichen Hilfen für spekulative Banken. Genau wie beim Glass-Steagall-Gesetz von 1933 in den USA müssen sie durch Bankentrennung strikt von „normalen“ Banken getrennt werden, die Einlagen, Ersparnisse und Kredite für die Realwirtschaft verwalten.
  5. Ersetzen der Spotmarktmechanismen durch langfristige Verträge zwischen den Nationen. Lebensmittel- und Energiepreise sollten nicht von Spekulanten und „Märkten“ festgesetzt werden, sondern zwischen Nationalstaaten, die sich in langfristigen Rahmenvereinbarungen für eine gemeinsame Entwicklung engagieren. Das war die ursprüngliche Absicht von Franklin Roosevelts Vision der Bretton-Woods-Abkommen, aber auch die von Mattei in Italien oder de Gaulle in Frankreich.
  6. Ein „Neues Bretton-Woods-Abkommen“, das zwischen den Großmächten und der G20 ausgehandelt wird, um Kredite für den Wiederaufbau der Realwirtschaft zu vergeben, wobei der Schwerpunkt auf der grundlegenden Infrastruktur und den Gesundheitssystemen liegt und vorrangige Ziele wie das krisengeschüttelte Afghanistan, Haiti und andere ausgewählt werden.

Alle sind aufgerufen, zu helfen, den politischen Willen zur Umsetzung dieser Maßnahmen zu mobilisieren, wenn wir nicht im Winter frieren und im Frühjahr hungern wollen!

  1. Green Deal und Great Reset – ein fataler Rückschritt, siehe https://shop.eir.de/produkt/e-i-r-sonderbericht-green-deal-und-great-reset-ein-fataler-rueckschritt/[]
  2. „Shifting the Trillions“, siehe https://sustainable-financebeirat.de/wp-content/uploads/2021/02/210224_SFB_Abschlussbericht-2021.pdf[]
  3. Siehe https://www.youtube.com/watch?v=bn1nSOpZ984, 1:40:24[]
  4. Siehe https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-10-05/oil-trader-andurand-s-hedge-fund-surges-50-as-commodities-boom[]