Zur Verteidigung von Finanzminister Alexander Hamilton

Die folgende Erklärung des damaligen Präsidentschaftskandidaten Lyndon LaRouche wurde am 22.6.1987 vom LaRouche Democratic Campaign Committee veröffentlicht.

Heute erscheint uns Alexander Hamilton, der erste Finanzminister unserer Republik und Generalinspekteur unserer Streitkräfte, als ein Riese, und unsere heutigen führenden Politiker im Vergleich dazu als Liliputaner.

Alexander Hamilton (1755–1804). Kupferstich von E. Prud‘homme

Als Hamilton den Posten des Finanzministers antrat, waren die Verschuldung und die Wirtschaft unserer Nation in einem schrecklichen Zustand, der in vielerlei Hinsicht dem wirtschaftlichen Desaster ähnelte, unter dem wir heute leiden. Unter Hamiltons Sanierungsprogramm wurde unser nationaler Kredit wiederhergestellt, unser Bankensystem wurde zum solidesten der Welt, und in den meisten Teilen unseres Landes wurde ein florierendes Wachstum entfesselt.

Diese Politik für Kredit, Bankwesen und Wirtschaft, die Hamilton in seinen berühmten Berichten an den Kongreß skizzierte, wurde unter dem Namen „Amerikanisches System der politischen Ökonomie“ weltweit bewundert und beneidet.

Unter den Regierungen von Thomas Jefferson und James Madison verwarf Finanzminister Gallatin das Amerikanische System und führte stattdessen die Freihandelsdogmen von Adam Smith ein. Das Ergebnis dieser Veränderung war ruinös.

Unter den Präsidenten James Monroe und John Quincy Adams wurden Adam Smiths ruinöse Ideen verworfen; Hamiltons Amerikanisches System wurde wieder eingeführt. Der nationale Kredit, das Bankwesen und die Wirtschaft wurden gerettet.

Die Präsidenten Jackson und van Buren zerstörten das Amerikanische System und führten Adam Smiths ruinöse Politik wieder ein. Das Ergebnis von Jacksons Politik war die schreckliche Panik von 1837.

Ich habe persönlich eine ähnliche Erfahrung zu meinen Lebzeiten mitgemacht. Die Anwendung der Politik von Adam Smith durch Coolidge und Hoover in den 1920er Jahren stürzte die Welt in eine Große Depression. Die meisten Amerikaner hatten sehr zu leiden, bis 1938 Präsident Franklin Roosevelt seine ersten Schritte zur Vorbereitung auf den Krieg gegen Hitler unternahm, von dem er zu dem Zeitpunkt schon wußte, daß er unvermeidlich war.

Vielen von Ihnen wird heute gesagt, es seien die Rüstungsausgaben gewesen, die Amerika aus der Depression herausholten. Ich war dabei und habe, wie viele meiner Generation, genau gesehen, wie der Wirtschaftsaufschwung von 1940–42 organisiert war. Es war nicht der Krieg, der den Wirtschaftsaufschwung verursachte. Präsident Roosevelt organisierte den Wirtschaftsaufschwung, um die Produktion unserer Farmen und Industrie so zu steigern, wie es notwendig war, um unsere Kriegsmobilisierung zu tragen. Der Krieg verursachte nicht den Wirtschaftsaufschwung – der Wirtschaftsaufschwung ermöglichte es uns und unseren Verbündeten, den Krieg zu gewinnen.

Wir hätten einen noch besseren Wirtschaftsaufschwung haben können, wenn wir nicht gezwungen gewesen wären, all dies unter den kostspieligen, inflationären Bedingungen des Krieges zu tun. Trotz der inflationären Kosten eines umfassenden Krieges war der Aufschwung in den USA 1940-43 einer der größten Erfolge in der Wirtschaftsgeschichte der Welt. Der ganze Wohlstand, den wir in den 20 Jahren nach dem Krieg genossen, war ein Ergebnis des hohen Niveaus der Landwirtschaft und des industriellen Potentials, das wir bis 1943 aufgebaut hatten…

Es ist an der Zeit, Adam Smiths ruinöse Freihandelspolitik über Bord zu werfen und unser Land zu dem zurückzubringen, was Minister Hamilton als erster „das Amerikanische System der politischen Ökonomie“ nannte. Das ist es, was ich als Ihr nächster gewählter Präsident der Vereinigten Staaten zu tun beabsichtige.